<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Aussprache des Mittelhochdeutschen</title>
	<atom:link href="http://abgedichtet.org/?feed=rss2&#038;p=227" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://abgedichtet.org/?p=227</link>
	<description>Das private Weblog von LeVampyre</description>
	<lastBuildDate>Sun, 12 May 2013 07:56:49 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-1629</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2013 00:06:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-1629</guid>
		<description><![CDATA[Phew, schwierige Frage. Also im Dativ/Ablativ der a- und o-Deklination ist das /i/ ein langes. Ebenso in der 2. Person Indikativ aktiv einer i-Konjugation (&quot;semper cresis, aut decrescis&quot;, etc.) Nach den Aussprachekonventionen klassischen Lateins müßte es lang gesprochen werden. Aber, wie gesagt, Orff war Deutscher und bereits im Mittelalter galten die klassischen Konventionen schon nicht mehr. Daher würde ich mich also eher am Deutschen orientieren. Im Deutschen neigen Wörter dazu, auf dem Wortstamm betont zu sein, wodurch es zu einer Abschwächung der Nebensilben kommt. Die Vokale in den Nebensilben werden kürzer und schwa-iger. Für einen Deutsch-Muttersprachler wäre es also absolut unüblich &quot;crescīs&quot; (mit langem i) zu sprechen. Wir haben es mit der Berliner Singakademie jedenfalls immer kurz gesprochen, auch wenn der klassische Lateiner darüber wohl die Nase rümpfen würde.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Phew, schwierige Frage. Also im Dativ/Ablativ der a- und o-Deklination ist das /i/ ein langes. Ebenso in der 2. Person Indikativ aktiv einer i-Konjugation (&#8220;semper cresis, aut decrescis&#8221;, etc.) Nach den Aussprachekonventionen klassischen Lateins müßte es lang gesprochen werden. Aber, wie gesagt, Orff war Deutscher und bereits im Mittelalter galten die klassischen Konventionen schon nicht mehr. Daher würde ich mich also eher am Deutschen orientieren. Im Deutschen neigen Wörter dazu, auf dem Wortstamm betont zu sein, wodurch es zu einer Abschwächung der Nebensilben kommt. Die Vokale in den Nebensilben werden kürzer und schwa-iger. Für einen Deutsch-Muttersprachler wäre es also absolut unüblich &#8220;crescīs&#8221; (mit langem i) zu sprechen. Wir haben es mit der Berliner Singakademie jedenfalls immer kurz gesprochen, auch wenn der klassische Lateiner darüber wohl die Nase rümpfen würde.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Ina Stanek</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-1593</link>
		<dc:creator>Ina Stanek</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 22:18:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-1593</guid>
		<description><![CDATA[Der Cleveland Orchestra Chorus uebt auch die C.B. ein. &quot;Min&quot; und &quot;Rhin&quot; sollen das kurze, offene i haben. Deshalb habe ich eine Website wie diese gesucht und gefunden. Danke fuer viele gute Ratschlaege die Aussprache betreffend. So habe ich es auch im Gymnasium gelernt und fuehle mich nun sicherer beim Korrigieren.
Was das deutsche  Latein angeht, bin ich mir nicht so sicher wie endsilbiges &quot;is&quot; ausgesprochen wird, lang oder kurz gemaess Dativ/Ablativ Kasus?!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Cleveland Orchestra Chorus uebt auch die C.B. ein. &#8220;Min&#8221; und &#8220;Rhin&#8221; sollen das kurze, offene i haben. Deshalb habe ich eine Website wie diese gesucht und gefunden. Danke fuer viele gute Ratschlaege die Aussprache betreffend. So habe ich es auch im Gymnasium gelernt und fuehle mich nun sicherer beim Korrigieren.<br />
Was das deutsche  Latein angeht, bin ich mir nicht so sicher wie endsilbiges &#8220;is&#8221; ausgesprochen wird, lang oder kurz gemaess Dativ/Ablativ Kasus?!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-975</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 17:12:58 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-975</guid>
		<description><![CDATA[Ich habe mich bisher nur mit der Prosodie des Mittellateinischen beschäftigt, aber nicht mit den Aussprachekonventionen. Ich wüßte Experten, die ich dazu befragen könnte. Aber das würde länger dauern. Ich selbst habe &quot;nur&quot; klassisches Latein aussprechen gelernt. Da ist es noch mal anders. Man spricht Caesar nicht Zäsar, sondern Kaißar. Aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass das auch im Mittelalter noch der Fall war.

Ich weiß, dass in meinem Chor das Latein meist nach den Aussprachekonventionen gesprochen wurde, die im Land des Komponisten für das Lateinische üblich sind. Da Orff Deutscher war, würde ich hier auch deutsche Konventionen ansetzen, also c vor hellen Vokalen (e/i) wie  [tz] und vor dunklen (a/o/u) wie [k]. Das ist ja im Grunde genommen auch das, was mein Vorredner sagt. Viel Erfolg!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich bisher nur mit der Prosodie des Mittellateinischen beschäftigt, aber nicht mit den Aussprachekonventionen. Ich wüßte Experten, die ich dazu befragen könnte. Aber das würde länger dauern. Ich selbst habe &#8220;nur&#8221; klassisches Latein aussprechen gelernt. Da ist es noch mal anders. Man spricht Caesar nicht Zäsar, sondern Kaißar. Aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass das auch im Mittelalter noch der Fall war.</p>
<p>Ich weiß, dass in meinem Chor das Latein meist nach den Aussprachekonventionen gesprochen wurde, die im Land des Komponisten für das Lateinische üblich sind. Da Orff Deutscher war, würde ich hier auch deutsche Konventionen ansetzen, also c vor hellen Vokalen (e/i) wie  [tz] und vor dunklen (a/o/u) wie [k]. Das ist ja im Grunde genommen auch das, was mein Vorredner sagt. Viel Erfolg!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Lowrids</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-971</link>
		<dc:creator>Lowrids</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 01:13:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-971</guid>
		<description><![CDATA[@gesine bonetti
Ich bin zwar nicht die angesprochene Person, habe mich aber mit diesen Dingen fachlich beschäftigt und kann einiges dazu sagen.
Sie haben das Grundsätzliche schon selber ausgesprochen. Wir wissen zwar (aus unterschiedlichen Quellen) einigermaßen, welche Lautwerte die einzelnen Buchstaben im Altertum hatten, aber darauf kommt es schon deshalb nicht an, weil das Lateinische im Mittelalter in Europa ganz anders ausgesprochen wurde und die Carmina Burana ja mittelalterliches Latein enthalten.

Wie Sie selber sagen, sprach jeder entsprechend seiner muttersprachlichen Zugehörigkeit die Laute unterschiedlich, und so ist es ja heute noch. Wenn ein Amerikaner z. B. &quot;Jesus Christus&quot; sagt, klingt das ganz anders, als wenn ein Deutscher das ausspricht, und wieder anders von einem Franzosen usw.

In Ihrer Anfrage geht es praktisch nur um die Aussprache des &quot;c&quot; in verschiedener lautlicher Umgebung. Die deutsche Aussprache des c, die im 19. und 20. Jahrhundert und jedenfalls zu Zeiten Orffs an den Schulen üblich war, ist leicht erklärt: vor dunklen Vokalen und dunklen Diphthongen (a, au, o, u) und vor Konsonant wie ein k, vor hellen Vokalen und hellen Diphthongen (ae, e, oe, i) wie ein z.
(Beispiele: casa -&gt; kasa; causa -&gt; kausa; contra -&gt; kontra; custos -&gt; kustos; Caesar -&gt; Zäsar; ocelli -&gt; ozelli; coeptum -&gt; zöptum; crescit -&gt; kreszit)

Im übrigen kann man sich selbst ein ganz brauchbares Bild machen, wenn man davon ausgeht, wie bekannte lateinische Namen oder Wörter in den einzelnen Sprachen heute ausgesprochen werden, z. B. Cato, Caesar, Cicero. Da werden Sie schnell merken, dass das &quot;tsch&quot; typisch italienisch ist, das &quot;ss&quot; typisch französisch usw.

Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@gesine bonetti<br />
Ich bin zwar nicht die angesprochene Person, habe mich aber mit diesen Dingen fachlich beschäftigt und kann einiges dazu sagen.<br />
Sie haben das Grundsätzliche schon selber ausgesprochen. Wir wissen zwar (aus unterschiedlichen Quellen) einigermaßen, welche Lautwerte die einzelnen Buchstaben im Altertum hatten, aber darauf kommt es schon deshalb nicht an, weil das Lateinische im Mittelalter in Europa ganz anders ausgesprochen wurde und die Carmina Burana ja mittelalterliches Latein enthalten.</p>
<p>Wie Sie selber sagen, sprach jeder entsprechend seiner muttersprachlichen Zugehörigkeit die Laute unterschiedlich, und so ist es ja heute noch. Wenn ein Amerikaner z. B. &#8220;Jesus Christus&#8221; sagt, klingt das ganz anders, als wenn ein Deutscher das ausspricht, und wieder anders von einem Franzosen usw.</p>
<p>In Ihrer Anfrage geht es praktisch nur um die Aussprache des &#8220;c&#8221; in verschiedener lautlicher Umgebung. Die deutsche Aussprache des c, die im 19. und 20. Jahrhundert und jedenfalls zu Zeiten Orffs an den Schulen üblich war, ist leicht erklärt: vor dunklen Vokalen und dunklen Diphthongen (a, au, o, u) und vor Konsonant wie ein k, vor hellen Vokalen und hellen Diphthongen (ae, e, oe, i) wie ein z.<br />
(Beispiele: casa -&gt; kasa; causa -&gt; kausa; contra -&gt; kontra; custos -&gt; kustos; Caesar -&gt; Zäsar; ocelli -&gt; ozelli; coeptum -&gt; zöptum; crescit -&gt; kreszit)</p>
<p>Im übrigen kann man sich selbst ein ganz brauchbares Bild machen, wenn man davon ausgeht, wie bekannte lateinische Namen oder Wörter in den einzelnen Sprachen heute ausgesprochen werden, z. B. Cato, Caesar, Cicero. Da werden Sie schnell merken, dass das &#8220;tsch&#8221; typisch italienisch ist, das &#8220;ss&#8221; typisch französisch usw.</p>
<p>Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: gesine bonetti</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-968</link>
		<dc:creator>gesine bonetti</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Nov 2012 21:53:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-968</guid>
		<description><![CDATA[ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Aussprache bei CarminaBurana(Choraufführung)des MHD (schon gelöst dank Ihren Beispielen oben! danke) -
jetzt geht es aber noch um das Latein. Vom vielen Googeln weiss ich, dass man das nicht mehr 100%ig rekonstruieren kann, weil es natürlich keine Hörproben aus dieser Zeit gibt und man das Ausgesprochene in Schrift transkribiert hat.  und das spricht dann im umgekehrten Vorgang jeder Sprachkreis auf seine Weise aus.
Bei Orff wäre es vielleicht das Klügste, die heute gebräuchliche deutsche Aussprache das damaligen Latein zu wählen. Doch welches ist die? Ich habe mir ca.25(!) Interpretationen von C.B. an den fraglichen Aussprachestellen angehört - fast alle singen
&quot;creszit&quot;, oder &quot;cresssit&quot;, nur einige Interpreten mit englischer oder auch frz. Muttersprache sprechen &quot;creschtzit&quot; (und Ozawa mit den Berlinern auch - wo soll ich den einordnen?) oder &quot;creschit&quot; aus. Was ist nun richtig, oder für damals vermutlich richtig?
Nachdem wir uns im Chor für die weltweis mehrheitlich gebrauchte Aussprache entschieden hatten - schliesslich haben die Dirigenten ja wohl auch vorher nachgeforscht -, bin ich nun vollends verwirrt, als ich im Internet einen englischen Artikel finde, wie speziell in C.B.  das Latein ausgesprochen werden sollte. Und zwar ist da für das 2.Lied &quot;Fortuna plangit vulnera&quot; ein Beispiel genannt: 2.Zeile &quot;ocelli&quot; soll &quot;ochelli&quot;, das wäre also &quot;otschelli&quot;, ausgesprochen werden (die Chöre, die &quot;cressit&quot; singen, singen aber folgerichtig auch &quot;otselli&quot;. 
Bei qu- usw. haben wir keine Bedenken), es geht vor allem um sce/i und ce/i&quot;.
Liebe Mediaevistin - können Sie mir - schnell - helfen? Der Chor kann ja nicht dauernd umlernen. Irgendeine Piste oder einen fachmännischen Rat? Danke im voraus.
GB, Santo Domingo]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Aussprache bei CarminaBurana(Choraufführung)des MHD (schon gelöst dank Ihren Beispielen oben! danke) -<br />
jetzt geht es aber noch um das Latein. Vom vielen Googeln weiss ich, dass man das nicht mehr 100%ig rekonstruieren kann, weil es natürlich keine Hörproben aus dieser Zeit gibt und man das Ausgesprochene in Schrift transkribiert hat.  und das spricht dann im umgekehrten Vorgang jeder Sprachkreis auf seine Weise aus.<br />
Bei Orff wäre es vielleicht das Klügste, die heute gebräuchliche deutsche Aussprache das damaligen Latein zu wählen. Doch welches ist die? Ich habe mir ca.25(!) Interpretationen von C.B. an den fraglichen Aussprachestellen angehört &#8211; fast alle singen<br />
&#8220;creszit&#8221;, oder &#8220;cresssit&#8221;, nur einige Interpreten mit englischer oder auch frz. Muttersprache sprechen &#8220;creschtzit&#8221; (und Ozawa mit den Berlinern auch &#8211; wo soll ich den einordnen?) oder &#8220;creschit&#8221; aus. Was ist nun richtig, oder für damals vermutlich richtig?<br />
Nachdem wir uns im Chor für die weltweis mehrheitlich gebrauchte Aussprache entschieden hatten &#8211; schliesslich haben die Dirigenten ja wohl auch vorher nachgeforscht -, bin ich nun vollends verwirrt, als ich im Internet einen englischen Artikel finde, wie speziell in C.B.  das Latein ausgesprochen werden sollte. Und zwar ist da für das 2.Lied &#8220;Fortuna plangit vulnera&#8221; ein Beispiel genannt: 2.Zeile &#8220;ocelli&#8221; soll &#8220;ochelli&#8221;, das wäre also &#8220;otschelli&#8221;, ausgesprochen werden (die Chöre, die &#8220;cressit&#8221; singen, singen aber folgerichtig auch &#8220;otselli&#8221;.<br />
Bei qu- usw. haben wir keine Bedenken), es geht vor allem um sce/i und ce/i&#8221;.<br />
Liebe Mediaevistin &#8211; können Sie mir &#8211; schnell &#8211; helfen? Der Chor kann ja nicht dauernd umlernen. Irgendeine Piste oder einen fachmännischen Rat? Danke im voraus.<br />
GB, Santo Domingo</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Lowrids</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-881</link>
		<dc:creator>Lowrids</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2012 12:09:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-881</guid>
		<description><![CDATA[an ir dank = âne ir dank = ohne  ihre Absicht, gegen ihren Willen (âne mit langem a)

Es gibt weitere Beispiele dafür in der mhd. / mnd. Literatur, z. B. Bei Heinrich von Veldeke:
&quot;Tristrant muste ane sinen danc / stade sin der koninginnen, / want  poisun heme dar tu dwanc / mere dan di cracht der minnen.&quot;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>an ir dank = âne ir dank = ohne  ihre Absicht, gegen ihren Willen (âne mit langem a)</p>
<p>Es gibt weitere Beispiele dafür in der mhd. / mnd. Literatur, z. B. Bei Heinrich von Veldeke:<br />
&#8220;Tristrant muste ane sinen danc / stade sin der koninginnen, / want  poisun heme dar tu dwanc / mere dan di cracht der minnen.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-878</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2012 10:03:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-878</guid>
		<description><![CDATA[@BMS: Hm, ja, das klingt plausibel, je mehr ich darüber nachdenke. Also vorausgesetzt es handelt sich um die Präposition &quot;ohne&quot; also &quot;âne&quot;, dann wäre das /a/ auf jeden Fall lang. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob es sich wirklich um diese Präposition handelt. Die Präposition &quot;an&quot; mit kurzen /a/, kann ja sehr vieles heißen, z.B. da, mit, bei, durch, gegen, nach, über, wegen, etc. Und dafür fallen mir auch plausible Übersetzungen ein.

Die Frage ist also, werden die jungen Männer &quot;gegen ihren Willen zur Liebe gezwungen&quot; (âne ir dank) oder werden sie &quot;unter Lob/Jubel zur Liebe gezwungen&quot; (an ir dank). Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass tatsächlich das Erste gemeint ist.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@BMS: Hm, ja, das klingt plausibel, je mehr ich darüber nachdenke. Also vorausgesetzt es handelt sich um die Präposition &#8220;ohne&#8221; also &#8220;âne&#8221;, dann wäre das /a/ auf jeden Fall lang. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob es sich wirklich um diese Präposition handelt. Die Präposition &#8220;an&#8221; mit kurzen /a/, kann ja sehr vieles heißen, z.B. da, mit, bei, durch, gegen, nach, über, wegen, etc. Und dafür fallen mir auch plausible Übersetzungen ein.</p>
<p>Die Frage ist also, werden die jungen Männer &#8220;gegen ihren Willen zur Liebe gezwungen&#8221; (âne ir dank) oder werden sie &#8220;unter Lob/Jubel zur Liebe gezwungen&#8221; (an ir dank). Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass tatsächlich das Erste gemeint ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: BMS</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-858</link>
		<dc:creator>BMS</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 09:48:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-858</guid>
		<description><![CDATA[Zu &quot;Chramer, gip die varwe mir&quot;:
Müsste da in der vierten Zeile das &quot;an&quot; nicht auch als &quot;ohne&quot; übersetzt und daher lang gesprochen werden?

Besten Dank und Gruß!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu &#8220;Chramer, gip die varwe mir&#8221;:<br />
Müsste da in der vierten Zeile das &#8220;an&#8221; nicht auch als &#8220;ohne&#8221; übersetzt und daher lang gesprochen werden?</p>
<p>Besten Dank und Gruß!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Roland</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-806</link>
		<dc:creator>Roland</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 20:09:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-806</guid>
		<description><![CDATA[Liebe LeV,
vielen Dank für den interessanten Artikel. Der Kammerchor Schwabmünchen bereitet sich zur Zeit auf die Aufführung der Carmina Burana vor. Dabei ist uns Dein Artikel sicher eine Hilfe.
Ich nehme gerne das Angebot an und setze einen Trackback-Link auf unsere Chor Homepage. 

Viele Grüße!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe LeV,<br />
vielen Dank für den interessanten Artikel. Der Kammerchor Schwabmünchen bereitet sich zur Zeit auf die Aufführung der Carmina Burana vor. Dabei ist uns Dein Artikel sicher eine Hilfe.<br />
Ich nehme gerne das Angebot an und setze einen Trackback-Link auf unsere Chor Homepage. </p>
<p>Viele Grüße!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-624</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 May 2010 10:51:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-624</guid>
		<description><![CDATA[Das trifft in gewisser Weise auf jeden Fall zu. Eine einheitliche Rechtschreibung gab es natürlich nicht und insofern hat jeder quasi geschrieben, wie er gesprochen hat. Du hast aber zugleich das Phänomen, dass ein Wort im selben Text in Zeile 1 so und in Zeile 2 anders geschrieben steht, obwohl es vom selben Schreiber in derselben Handschrift kommt. Man kann nicht davon ausgehen, dass es hier so und dort anders ausgesprochen wurde. Eher ist es so, dass es verschiedene Möglichkeiten gab (und gibt) ein Phonem graphisch zu realisieren. Mach mal den Versuch und laß einen nach deutscher Rechtschreibung verfaßten Text von Muttersprachlern in einen Dialekt übertragen. Du wirst sehen, dass jeder Schreiber andere Lösungen findet oder Ggf. hier so und dort anders entscheidet.

Aus der Schreibung einen Rückschluß auf die Aussprache zu ziehen, ist also eine Frage, die die konkrete Schreibung in einer konkreten Situation überspannt. Aber letztlich passiert genau das, dass man Aufgrund der Schreibung auf die Aussprache schließt. Anders ist es ja auch nicht möglich.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das trifft in gewisser Weise auf jeden Fall zu. Eine einheitliche Rechtschreibung gab es natürlich nicht und insofern hat jeder quasi geschrieben, wie er gesprochen hat. Du hast aber zugleich das Phänomen, dass ein Wort im selben Text in Zeile 1 so und in Zeile 2 anders geschrieben steht, obwohl es vom selben Schreiber in derselben Handschrift kommt. Man kann nicht davon ausgehen, dass es hier so und dort anders ausgesprochen wurde. Eher ist es so, dass es verschiedene Möglichkeiten gab (und gibt) ein Phonem graphisch zu realisieren. Mach mal den Versuch und laß einen nach deutscher Rechtschreibung verfaßten Text von Muttersprachlern in einen Dialekt übertragen. Du wirst sehen, dass jeder Schreiber andere Lösungen findet oder Ggf. hier so und dort anders entscheidet.</p>
<p>Aus der Schreibung einen Rückschluß auf die Aussprache zu ziehen, ist also eine Frage, die die konkrete Schreibung in einer konkreten Situation überspannt. Aber letztlich passiert genau das, dass man Aufgrund der Schreibung auf die Aussprache schließt. Anders ist es ja auch nicht möglich.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Larry</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-619</link>
		<dc:creator>Larry</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 May 2010 14:41:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-619</guid>
		<description><![CDATA[Mittelhochdeutsche Aussprache - Carmina Burana

Sehr hilfreich, danke. Könnten wir aber nicht vermuten, dass die Lieder so aufgeschrieben wurden, wie sie damals mit dialektischen Unterschieden ausgesprochen wurden?
z.B., daß in Nr.10 “ih” “mih” “ie” “mie” ausgeprochen werden sollen?

Die Schreiber werden woll ihre Gründe gehabt haben, keine einheitliche Schreibweise für die Wörte verwendet zu haben.

Besten Grüß, Larry]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mittelhochdeutsche Aussprache &#8211; Carmina Burana</p>
<p>Sehr hilfreich, danke. Könnten wir aber nicht vermuten, dass die Lieder so aufgeschrieben wurden, wie sie damals mit dialektischen Unterschieden ausgesprochen wurden?<br />
z.B., daß in Nr.10 “ih” “mih” “ie” “mie” ausgeprochen werden sollen?</p>
<p>Die Schreiber werden woll ihre Gründe gehabt haben, keine einheitliche Schreibweise für die Wörte verwendet zu haben.</p>
<p>Besten Grüß, Larry</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-600</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 09:29:59 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-600</guid>
		<description><![CDATA[Das ist auffallend richtig. Danke für den Hinweis. :)
Jetzt bin ich mir aber bei &quot;man&quot; verstört. Das Wörterbuch sagt, kurzes [a], aber der Reim [mann-gaan] wird dadurch &quot;lediert&quot;. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern. Denn das Wörterbuch wird mich ja nicht anlügen und es wird wohl auch nicht &quot;Montat&quot; heißen sollen, sondern tatsächlich &quot;Mann&quot;. Dafür ist es so ein interessantes Beispiel für meine Reimformsammlung: reiner Reim, der sich jeweils nur in der Qualität des Vokals unterscheidet.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist auffallend richtig. Danke für den Hinweis. <img src='http://abgedichtet.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
Jetzt bin ich mir aber bei &#8220;man&#8221; verstört. Das Wörterbuch sagt, kurzes [a], aber der Reim [mann-gaan] wird dadurch &#8220;lediert&#8221;. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern. Denn das Wörterbuch wird mich ja nicht anlügen und es wird wohl auch nicht &#8220;Montat&#8221; heißen sollen, sondern tatsächlich &#8220;Mann&#8221;. Dafür ist es so ein interessantes Beispiel für meine Reimformsammlung: reiner Reim, der sich jeweils nur in der Qualität des Vokals unterscheidet.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Lowrids</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-599</link>
		<dc:creator>Lowrids</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 22:16:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-599</guid>
		<description><![CDATA[Zu &quot;Swaz hie gat umbe&quot;:
falsche Quantität: an / gan 
&quot;an&quot; ist &quot;ane&quot;, also &quot;ohne&quot;, und lang zu sprechen ebenso wie gan.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu &#8220;Swaz hie gat umbe&#8221;:<br />
falsche Quantität: an / gan<br />
&#8220;an&#8221; ist &#8220;ane&#8221;, also &#8220;ohne&#8221;, und lang zu sprechen ebenso wie gan.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-536</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 09:08:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-536</guid>
		<description><![CDATA[Hallo Sigmar, ja, erst einmal muß ich mich für meine lange Schweigsamkeit entschuldigen. Aber bei anständigen Fragen möchte ich mir natürlich Zeit für eine anständige Antwort nehmen und die war in den letzten Wochen rar bei mir.

Oswald wirkte, soweit ich weiß, in Tirol. Ich habe mich mit ihm und seiner Musik bisher nur am Rande befaßt, weil mir das zeitlich schon wieder fast zu &quot;modern&quot; ist. Generell würde ich sagen, bevor man irgendwie rumdruckst, sollte man die konventionellen Ausspracheregeln auch auf seine Liedtexte anwenden. Wobei man bedenken muß, dass sich rechtschreiblich sicherlich eine Menge getan hat, also Buchstabenfolgen, an denen man sich im Mhd. in Bezug auf die Aussprache orientieren kann, durchaus variiert sein können.

Wenn man es aber wirklich genau machen möchte, würde ich versuchen, Ausgaben zu dialektalen Besonderheiten der Region Tirol zu bibliographieren und mal zu schauen, ob man dort etwas zur Aussprache findet oder über Vergleiche von Schreibung, Grammatik, aktueller Aussprache, etc. irgendetwas darüber erschließen kann. Dann wird man sicherlich nicht um einen Vergleich der Handschriften und Editionen hinwegkommen. D.h. man schaut sich an, nach welchen Standards die standardisierten Oswald-Ausgaben standardisiert wurden und in wiefern sich die Schreibungen in den originalen Hss. (bzw. diplomatischen Abschriften, Handschriften-Editionen) unterscheiden. Es kann z.B. sein, dass eine Hs. den Oswald in einer Region überliefert, die nicht direkt seine Wirkungsstätte war und deshalb an die eigenen dialektalen Besonderheiten anpaßt, etc. Obwohl ich glaube, dass Oswald für den Großteil seiner Überlieferung (ähnlich wie Machaut) selbst verantwortlich ist, aber da stecke ich, wie gesagt, zu wenig in der Materie.

Liebe Grüße, LeV.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Sigmar, ja, erst einmal muß ich mich für meine lange Schweigsamkeit entschuldigen. Aber bei anständigen Fragen möchte ich mir natürlich Zeit für eine anständige Antwort nehmen und die war in den letzten Wochen rar bei mir.</p>
<p>Oswald wirkte, soweit ich weiß, in Tirol. Ich habe mich mit ihm und seiner Musik bisher nur am Rande befaßt, weil mir das zeitlich schon wieder fast zu &#8220;modern&#8221; ist. Generell würde ich sagen, bevor man irgendwie rumdruckst, sollte man die konventionellen Ausspracheregeln auch auf seine Liedtexte anwenden. Wobei man bedenken muß, dass sich rechtschreiblich sicherlich eine Menge getan hat, also Buchstabenfolgen, an denen man sich im Mhd. in Bezug auf die Aussprache orientieren kann, durchaus variiert sein können.</p>
<p>Wenn man es aber wirklich genau machen möchte, würde ich versuchen, Ausgaben zu dialektalen Besonderheiten der Region Tirol zu bibliographieren und mal zu schauen, ob man dort etwas zur Aussprache findet oder über Vergleiche von Schreibung, Grammatik, aktueller Aussprache, etc. irgendetwas darüber erschließen kann. Dann wird man sicherlich nicht um einen Vergleich der Handschriften und Editionen hinwegkommen. D.h. man schaut sich an, nach welchen Standards die standardisierten Oswald-Ausgaben standardisiert wurden und in wiefern sich die Schreibungen in den originalen Hss. (bzw. diplomatischen Abschriften, Handschriften-Editionen) unterscheiden. Es kann z.B. sein, dass eine Hs. den Oswald in einer Region überliefert, die nicht direkt seine Wirkungsstätte war und deshalb an die eigenen dialektalen Besonderheiten anpaßt, etc. Obwohl ich glaube, dass Oswald für den Großteil seiner Überlieferung (ähnlich wie Machaut) selbst verantwortlich ist, aber da stecke ich, wie gesagt, zu wenig in der Materie.</p>
<p>Liebe Grüße, LeV.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sigmar Erics</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-534</link>
		<dc:creator>Sigmar Erics</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 09:42:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-534</guid>
		<description><![CDATA[Hi, LeV!

Ich sehe schon, Du hast selten Zeit für Deinen Blog, aber das spricht ja nur für ein in vollen Zügen genossenes reales Leben.
An dieser Stelle würde ich statt eines Koreferats nur eine kleine Frage hinterlassen in der Hoffnung, daß Du irgendwann Gelegenheit für eine Antwort siehst:

Kann man die konventionellen Ausspracheregeln für das Mittelhochdeutsche auch auf die Lieder Oswalds von Wolkenstein anwenden? An sich sind ja bei ihm schon Einflüsse des Frühneuhochdeutschen festzustellen, andererseits stammt er aus einer Region, in der bis heute eine starke dialektale Färbung besteht...Aufgrund dieser Besonderheiten bin ich mir nicht ganz sicher. 

Der praktische Hintergrund der Frage ist der, daß ich während meines Gesangsstudiums seine Stücke für mich entdeckt habe und mich bei Auftritten prinzipiell um eine historisch informierte Aufführungspraxis bemühe.

Wie würdest Du das hier umsetzen?


Herzliche Grüße,
Sigmar]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi, LeV!</p>
<p>Ich sehe schon, Du hast selten Zeit für Deinen Blog, aber das spricht ja nur für ein in vollen Zügen genossenes reales Leben.<br />
An dieser Stelle würde ich statt eines Koreferats nur eine kleine Frage hinterlassen in der Hoffnung, daß Du irgendwann Gelegenheit für eine Antwort siehst:</p>
<p>Kann man die konventionellen Ausspracheregeln für das Mittelhochdeutsche auch auf die Lieder Oswalds von Wolkenstein anwenden? An sich sind ja bei ihm schon Einflüsse des Frühneuhochdeutschen festzustellen, andererseits stammt er aus einer Region, in der bis heute eine starke dialektale Färbung besteht&#8230;Aufgrund dieser Besonderheiten bin ich mir nicht ganz sicher. </p>
<p>Der praktische Hintergrund der Frage ist der, daß ich während meines Gesangsstudiums seine Stücke für mich entdeckt habe und mich bei Auftritten prinzipiell um eine historisch informierte Aufführungspraxis bemühe.</p>
<p>Wie würdest Du das hier umsetzen?</p>
<p>Herzliche Grüße,<br />
Sigmar</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-512</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 16:58:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-512</guid>
		<description><![CDATA[Hallo Juli, also dass z.B. das /ch/ am Anfang von &quot;chume&quot; wie [k] gesprochen wird, das funktioniert analog zu Christus oder Chronik und hängt irgendwie mit der lateinischen Transkritption griechischer Buchstaben zusammen. Da dachte sich der Schreiber der Handschrift wohl, dass man das so schreiben sollte. Es gab ja keine Rechtschreibung und deshalb finde man auch Worte, die man heute noch mit /ch/ manchmal wie /k/, z.B. &quot;Kist&quot;. Man muß unterscheiden zwischen der lautlichen und der schriftlichen Ebene, das sind zwei Paar Schuhe.

Was nun die /ch/s Am Wortende betrifft, so ist unklar, ob man sie im MA durchgehend wie im Ach-Laut spricht, wie das in der heutigen Schweiz üblich ist, oder ob sie in der Nähe vorderer Vokale wie [i] und [e] aus sprachökonomischen Gründen zum Ich-Laut verschliffen werden, wie man es heute in ganz Deutschland tut. Das wäre dann analog zum Französischen &quot;garage&quot; oder Italienischen &quot;capuccino&quot;. Sprachökonomisch ist das deshalb, weil die Zunge für den Vokal ja schon vorne ist oder eben dahin muß, da kann man sie für den Konsonanten eben auch gleich dort lassen, anstatt sie erst zum hinteren Gaumensegel zu bewegen. Das Resultat ist ein weicherer Konsonant bei gleicher Mundstellung.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Juli, also dass z.B. das /ch/ am Anfang von &#8220;chume&#8221; wie [k] gesprochen wird, das funktioniert analog zu Christus oder Chronik und hängt irgendwie mit der lateinischen Transkritption griechischer Buchstaben zusammen. Da dachte sich der Schreiber der Handschrift wohl, dass man das so schreiben sollte. Es gab ja keine Rechtschreibung und deshalb finde man auch Worte, die man heute noch mit /ch/ manchmal wie /k/, z.B. &#8220;Kist&#8221;. Man muß unterscheiden zwischen der lautlichen und der schriftlichen Ebene, das sind zwei Paar Schuhe.</p>
<p>Was nun die /ch/s Am Wortende betrifft, so ist unklar, ob man sie im MA durchgehend wie im Ach-Laut spricht, wie das in der heutigen Schweiz üblich ist, oder ob sie in der Nähe vorderer Vokale wie [i] und [e] aus sprachökonomischen Gründen zum Ich-Laut verschliffen werden, wie man es heute in ganz Deutschland tut. Das wäre dann analog zum Französischen &#8220;garage&#8221; oder Italienischen &#8220;capuccino&#8221;. Sprachökonomisch ist das deshalb, weil die Zunge für den Vokal ja schon vorne ist oder eben dahin muß, da kann man sie für den Konsonanten eben auch gleich dort lassen, anstatt sie erst zum hinteren Gaumensegel zu bewegen. Das Resultat ist ein weicherer Konsonant bei gleicher Mundstellung.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: juli ausm Sopran</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-511</link>
		<dc:creator>juli ausm Sopran</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 16:18:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-511</guid>
		<description><![CDATA[huhu LeV,

find ich echt toll, dass du das auch noch vorgelesen hast, da hat man erstmal richtig ne Vorstellung was man das singt, denn meistens erschließt sich der Sinn ja erst wenn man es richtig ausspricht. 
Interessant finde ich, dass man manchmal bei der Schreibweise &quot;ih&quot; es wie das heutige &quot;ich&quot; ausspricht  (siehe 10.) und &quot;mih&quot; (10.) und bei &quot;chume, chum&quot; steht mich, was man dann ja wohl wie das heutige mich ausspricht.
Andererseits aber bei (7.) &quot;nah&quot;, was man wie das heutige &quot;nach&quot; ausspricht.....ich dachte irgendwie, dass man dann das mih, ich eher wie bei nach spricht. Hast du da ne erklärung? Hat es was mit den verschiedenen Vokalen zu tun? 
Und habe ich mich ungefähr verständlich ausgedrückt? ;-)
viele grüße 
juli]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>huhu LeV,</p>
<p>find ich echt toll, dass du das auch noch vorgelesen hast, da hat man erstmal richtig ne Vorstellung was man das singt, denn meistens erschließt sich der Sinn ja erst wenn man es richtig ausspricht.<br />
Interessant finde ich, dass man manchmal bei der Schreibweise &#8220;ih&#8221; es wie das heutige &#8220;ich&#8221; ausspricht  (siehe 10.) und &#8220;mih&#8221; (10.) und bei &#8220;chume, chum&#8221; steht mich, was man dann ja wohl wie das heutige mich ausspricht.<br />
Andererseits aber bei (7.) &#8220;nah&#8221;, was man wie das heutige &#8220;nach&#8221; ausspricht&#8230;..ich dachte irgendwie, dass man dann das mih, ich eher wie bei nach spricht. Hast du da ne erklärung? Hat es was mit den verschiedenen Vokalen zu tun?<br />
Und habe ich mich ungefähr verständlich ausgedrückt? <img src='http://abgedichtet.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
viele grüße<br />
juli</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: LeV</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-505</link>
		<dc:creator>LeV</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 12:22:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-505</guid>
		<description><![CDATA[Na ja, das Mittelhochdeutsche ist dem Plattdeutschen immerhin darin ähnlich, dass es sich um deutsche Sprache handelt. Ansonsten gibt es aber sehr gravierende Unterschiede, die sich vor allem daraus ergeben, dass Platt ein niederdeutscher Dialekt ist und deshalb die 2. LV nicht vollzogen hat (im Gegensatz zum Mhd.). Nun kenne ich mich mit der Aussprache der niederdeutschen Dialekte des Mittelalters nicht besonders gut aus und sowohl die nieder- als auch die hochdeutschen Dialekte haben ja dann nochmal eine 500jährige Sprachentwicklung bis heute durchgemacht. Ich bezweifle, dass heute noch alles so gesprochen wird, wie damals. Natürlich leuchtet z.B. die Aussprache von /ee/ als [i:] im Plattdeutschen ein, weil es im Englischen auch so ist, etc. Aber wie genau da die Verhältnisse sind, kann ich nicht sagen. Wenn du meinst, dass es sich ganz ähnlich anhört, wirst du das als &quot;Nativespeaker&quot; besser wissen als ich.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Na ja, das Mittelhochdeutsche ist dem Plattdeutschen immerhin darin ähnlich, dass es sich um deutsche Sprache handelt. Ansonsten gibt es aber sehr gravierende Unterschiede, die sich vor allem daraus ergeben, dass Platt ein niederdeutscher Dialekt ist und deshalb die 2. LV nicht vollzogen hat (im Gegensatz zum Mhd.). Nun kenne ich mich mit der Aussprache der niederdeutschen Dialekte des Mittelalters nicht besonders gut aus und sowohl die nieder- als auch die hochdeutschen Dialekte haben ja dann nochmal eine 500jährige Sprachentwicklung bis heute durchgemacht. Ich bezweifle, dass heute noch alles so gesprochen wird, wie damals. Natürlich leuchtet z.B. die Aussprache von /ee/ als [i:] im Plattdeutschen ein, weil es im Englischen auch so ist, etc. Aber wie genau da die Verhältnisse sind, kann ich nicht sagen. Wenn du meinst, dass es sich ganz ähnlich anhört, wirst du das als &#8220;Nativespeaker&#8221; besser wissen als ich.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: pringles</title>
		<link>http://abgedichtet.org/?p=227#comment-503</link>
		<dc:creator>pringles</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 07:20:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://abgedichtet.org/?p=227#comment-503</guid>
		<description><![CDATA[hallo :)
das ist sehr interessant

ist das mittelhochdeutsche dem plattdeutschen und auch dem ostfriesischem platt ähnlich? ich hatte die texte mit dir mitsprechen können. darüber war ich etwas verwundert. große unterschiede empfand ich nicht und erzeugte kurzlaute gibt es auch im norddeutschen plattdeusch.

du hattest ja gesagt das es der mundart unterliegt, mich wundert aber das da solche ähnlichkeiten bestehen, auch zu meiner hausbezogenen mundart. das es natürlich abweichungen gibt ist deutlich, aber im grunde genommen fallen die nicht sehr ins gewicht, oder doch?

ich hab auf dem dichterplaneten ein gedicht vertont das &quot;Shietwedder&quot; heißt, wo du die aussprache hören kannst...ich wollte keinen link setzen weil ich nicht weiß ob du das gerne siehst. würde mich aber freuen wenn du da mal reinhörst und mir hier oder sogar auf dem planeten selbst, deine meinung dazu abgeben könntest.

Meen Keue schloppen achtern Diek in staan
un achter se, dor steit de kole Waater,
steit denno nemols ruhi un Wellen schlein,
se schlein sik hoch un överschlein sik nöcher.

meen wird wie mien gesprochen
staan wird wie stoan gesprochen
es fallen viele wortlaute sogar weg
und ist un/ se ist sie/ dor ist dort
es gibt auch klangliche abweichungen wie
stei für steht/nemols für niemals
v=b/ k=ch
ich bin mit der sprache aufgewachsen und mag sie sehr gerne, nach der wirkung oder dessen ursprung hab ich eigentlich nie gefragt...was man sein leben lang macht, kommt einem ja meist als recht beiläufig vor und fällt der normalität anheim.

das ist die erste strophe davon, es gibt natürlich unterschiede, aber in der aussprache sind die nicht allzugroß wie ich fand. das hat mich reinst verwundert.
und auch sehr angesprochen.

wahrscheinlich ist plattdeutsch eine abart des mittelhochdeutschen? wenn ich raten müsste würde ich ja sagen. :)
glg pringles]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hallo <img src='http://abgedichtet.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
das ist sehr interessant</p>
<p>ist das mittelhochdeutsche dem plattdeutschen und auch dem ostfriesischem platt ähnlich? ich hatte die texte mit dir mitsprechen können. darüber war ich etwas verwundert. große unterschiede empfand ich nicht und erzeugte kurzlaute gibt es auch im norddeutschen plattdeusch.</p>
<p>du hattest ja gesagt das es der mundart unterliegt, mich wundert aber das da solche ähnlichkeiten bestehen, auch zu meiner hausbezogenen mundart. das es natürlich abweichungen gibt ist deutlich, aber im grunde genommen fallen die nicht sehr ins gewicht, oder doch?</p>
<p>ich hab auf dem dichterplaneten ein gedicht vertont das &#8220;Shietwedder&#8221; heißt, wo du die aussprache hören kannst&#8230;ich wollte keinen link setzen weil ich nicht weiß ob du das gerne siehst. würde mich aber freuen wenn du da mal reinhörst und mir hier oder sogar auf dem planeten selbst, deine meinung dazu abgeben könntest.</p>
<p>Meen Keue schloppen achtern Diek in staan<br />
un achter se, dor steit de kole Waater,<br />
steit denno nemols ruhi un Wellen schlein,<br />
se schlein sik hoch un överschlein sik nöcher.</p>
<p>meen wird wie mien gesprochen<br />
staan wird wie stoan gesprochen<br />
es fallen viele wortlaute sogar weg<br />
und ist un/ se ist sie/ dor ist dort<br />
es gibt auch klangliche abweichungen wie<br />
stei für steht/nemols für niemals<br />
v=b/ k=ch<br />
ich bin mit der sprache aufgewachsen und mag sie sehr gerne, nach der wirkung oder dessen ursprung hab ich eigentlich nie gefragt&#8230;was man sein leben lang macht, kommt einem ja meist als recht beiläufig vor und fällt der normalität anheim.</p>
<p>das ist die erste strophe davon, es gibt natürlich unterschiede, aber in der aussprache sind die nicht allzugroß wie ich fand. das hat mich reinst verwundert.<br />
und auch sehr angesprochen.</p>
<p>wahrscheinlich ist plattdeutsch eine abart des mittelhochdeutschen? wenn ich raten müsste würde ich ja sagen. <img src='http://abgedichtet.org/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
glg pringles</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
