Newsfeed? Sowas brauch ich nicht!

Manchmal bin ich doch arg verwundert darüber, wie wenig Aufmerksamkeit einige Online-Autoren den technischen Möglichkeiten des Mediums schenken, in dem sie so großzügig veröffentlichen. Vor ein paar Tagen wies ich einen Kollegen darauf hin, was für eine Odyssee (übetrieben) es doch war, seinen Blog-Feed zu abonnieren. In einem Gästebuch-Eintrag schlug ich ihm vor, einfach irgendwo auf der Seite, möglichst an sichtbarer Stelle die URL des Feeds zu verlinken.

Heute schreibt mich der Kollege via ICQ an, was ich denn mit meinen Gästebucheintrag gemeint hätte und ich erkläre ihm die Problematik. Verständnislosigkeit. Der Firefox zeige doch ein Icon an und außerdem brauche er ja keinen Feed, weil die Leute ja seine Seite besuchen könnten, wenn sie wissen wollen, ob neue Inhalte da sind und überhaupt sei ihm die Seite ja auch nicht so wichtig, dass es sich lohnen würde, da irgendeinen Aufwand zu betreiben. So who cares?

Who cares – na die Leser vielleicht!? Aber die scheinen meinem Kollegen offenbar nicht wichtig genug zu sein, als dass er sich bemühen würde, ihnen den Zugang zu den Inhalten seiner Seite möglichst einfach und bequem zu gestalten.

In meinem Feedreader habe ich ca. 60 Feeds verschiedenster Seiten abonniert, um über deren Inhalte und Veränderungen informiert zu sein. Mein Morgen beginnt dann mit einer Tasse Kaffee und dem Blick in den Feedreader. Das ist, wie Mails-Checken, nur liefert mir der Feedreader täglich ca. 300 neue, ungelesene Nachrichten, die nicht etwa speziell an mich adressiert sind, sondern für jedermann sichtbar im Netz veröffentlicht wurden. Die kann ich natürlich unmöglich alle an einem Morgen lesen, also überfliege ich die Headlines des Tages und suche mir das Spannende heraus. Das sind die brandheißen Nachrichten der Online-Zeitungen, die Photos der 10. Reiseetappe meiner besten Freundin oder der letzte Podcast meines Vereins. Wenn neue Inhalte da sind, dann bekomme ich das mit, und zwar ohne morgens mit dem Browser extra 60 verschiedene Seiten besuchen zu müssen. Falls mich doch mal etwas näher interessiert, kann ich immernoch auf den entsprechenden Link klicken, um direkt zur Seite zu gelangen. Auch werden alle abgerufenen Nachrichten gespeichert, so dass ich später wieder darauf zugreifen oder die Inhalte auf bestimmte Stichworte durchsuchen kann.

In meinen Augen ist das eine prima Sache, ein Vorteil des Informationszeitalters. Die Zeit, die ich dadurch spare, dass ich nicht erst jede einzelne Seite per Hand auf neue Inhalte durchsuchen muß, verbringe ich so mit dem Lesen der Beiträge selbst. Dass mein Kollege also meint, er brauche den Feed, den seine Seite automatisch generiert, nicht leserfreundlich anbringen – hängt es vielleicht damit zusammen, dass er gar nicht gelesen werden will?

2 Kommentare zu “Newsfeed? Sowas brauch ich nicht!”

  1. Peter Nathschläger
    Oktober 6th, 2006 14:27
    1

    Servus,

    Zunächst mal danke für den netten Gästebucheintrag, auch wenn das “Danke” spät daher kommt.

    Und ja, Du hast sicher recht, was diese rss Geschichte betrifft. Auf der Website selbst würde es wenig Sinn machen, da der Content da zu 90 % statisch ist. Und auf dem Blog: http://lostrecords.skydrak.de kann man meines Wissens nach einen feed abonnieren. Schau doch dort mal vorbei und korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege. Dann red ich mit dem Kumpel, der mein Blog hostet und wir deichseln da was.

    Alles Liebe aus Wien,
    Peter

  2. LeV
    Oktober 6th, 2006 15:21
    2

    Nein, Peter, Anlaß für diesen Artikel war nicht dein Blog, in dem es ja im Menü rechts sowieso einen gekennzeichneten Syndication-Link gibt, also kein Grund zur Sorge. Ich hatte nur bei meinem letzten Besuch nicht gemerkt, dass du ja ein Blog in deine Seite integriert hast. Hab ich jetzt natürlich sofort fein in meinen Reader geskribbelt.

    Anlaß für diesen Artikel war mein Messenger-Gespräch mit einem anderen Kollegen und die Feststellung, dass einige wichtige Nachrichten-Seiten gar keinen Feed anbieten.

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