Mein Henker

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Mein Henker

Mir ist das süße Blut in meinen Venen,
      die sich im Druck des Angestauten weiten,
      wie Sirup zäh, wie Natterngift bei Zeiten.
   Die Säule meines innern Thermometers steigt
und nach Gewalt, nach Folter drängt mein Sehnen.
   Es schreit so lang bis (nach begang’ner Tat) es schweigt.

Du bettest selig dich auf Blumenresten,
      den welken Zeugen deiner welken Siege,
      verschwendest die Gedanken nicht an Kriege
   und nährst im Wahn versunken dich von Gallensaft.
Nicht niedrigstes Getier ließ’ so sich mästen.
   Vorbei die Zeit – nun fürchte meine Henkerskraft!

Die müde Faulheit will ich aus dir prügeln.
      Du Hund! Du Ratte! Spüre meine Schläge!
      Du warst zu lange glücklich, du wirst träge
   und Trägheit find’ ich ekelhaft und widerlich.
Ich komme, Schlemmerer, um dich zu zügeln.
   Ich bin dein Henker – du mein sorgenfreies Ich.

XVII | Okt. 2004

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