WordPress Update (war seit Jahren fällig)

Samstag, 16. April 2011

Ich habe gerade meine englische Uraltversion 2.3.3 auf die neuste Version 3.1.1 der DE-Edition von WordPress aktualisiert. Ich werde auch das Theme in den nächsten Tagen erneuern und dann die Strukturierung der Inhalte entsprechend anpassen. Das heißt, dass es in den nächsten Tagen immer mal zu seltsamen Darstellungen oder irreführenden Links kommen kann. Also nicht wundern!

re:publica’08 – et ego

Donnerstag, 03. April 2008

Die re:publica ist eine dreitägige Bloggerkonferenz, eine Versammlung der digitalen Bohème, die in diesem Jahr zum zweiten Mal und unter dem Motto “Die Kritische Masse” stattfindet. Man trifft sich, man tauscht sich aus, man bloggt – auch ich bin diesmal mittenmang. Mein Blogeintrag ist also quasi obligatorisch. Updates erfolgen live…

Tag 01

Der erste Tag der re:publica08 ist rum und nachdem das Ganze heute morgen etwas kühl angelaufen ist, tauten die Leute ab nachmittag langsam auf, um sich miteinander zu unterhalten. Alle um mich herum reden von Twitter, schon seit Tagen, so auch hier. Ich kannte das überhaupt nicht und nachdem man mir erklärte, was es damit auf sich hat, wußte ich auch warum. User kippen SMS-lange Ergüsse über ihre momentanen Belanglosigkeiten ins Netz – großartige Web-2.0-Anwendung! Gut, ich mir also auch einen Twitter-Account zugelegt; was tut man nicht alles für die Akzeptanz in der Welt der Fashion-Victims und Early-Adopter.

Aber es gab auch schon spannendere Themen, z.B. Jörg Richter, der in seinem DeepaMehta-Vortrag über alternative Desktopmodelle nachdachte und Kritik am Semantik-Web äußerte. Dass es Alternativen zu Fenstern, Ordnern und Desktops gibt, wußte ich ja schon wegen Genera, dem Betriebssystem der Lisp-Machines, von dem andreas mir öfter vorgeschwärmt hat. Zu bearbeitende Inhalte werden dort einfach über eine Commandline aufgerufen, während es bei DeepaMehta sogenannte Topic-Maps gibt, die selbstdefinierte Relationen zwischen Daten abbilden. Ganz überzeugen konnte mich das Konzept noch nicht, weil ich fürchte, mich als Zwangsneurotiker im Strukturierungswahn zu verlieren. Letztlich funktioniert meine Welt nämlich wie ein Eschermuster oder ein Apfelmännchen, bei dem alles mit allem irgendwie analog ist und sich diese Analogien quasi endlos fortspinnen, wenn ich nur langgenug drüber nachdenke. Es hätte mich nicht schlimmer treffen können, wenn ich als Kind in den LSD-Topf gefallen wäre.


Chaosradio: Tim Pritlove und Peter Glaser

Sehr interessant war auch Tims Livepodcast CRE 83, in dem er mit Peter Glaser über die Kritische Masse sprach. Ist die Blogosphäre eine kritische Masse? Kann sie etwas bewegen oder ist sie eine hermetische Welt, in der man sich nur gegenseitig liest? Für den in Erinnerungen schwelgenden Glaser war es nicht eben einfach, am Thema zu bleiben. Aber zugehört habe ich ihm trotzdem gerne. Ein Zitat, ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Sprache sei das Idealmodell von Demokratie, sinnierte Glaser, sie gehöre jedem, sei public domain und jeder könne sie gebrauchen, verändern und Neues daraus schöpfen. Recht hat der Mann und dahingehend verstehe ich auch den derzeitigen Sprachkonservativismus nicht so recht. Etwas schade fand ich, dass trotz Livestreaming von einer Bloggerkonferenz das Publikum außen vor war – geht es doch gerade den Bloggern darum, eine Gegenöffentlichkeit zu sein und medial zu intervenieren.

Tag 02

Von Tag zwei habe ich eigentlich nicht so viel mitbekommen. In Verenas Vortrag über emergente Intelligenz wurde über den Zusammenhang zwischen kritischer Masse und Emergenz aufgeklärt. Emergenz, so habe ich das verstanden, ist das Phänomen, das eine bestimmte Summe an Einzelindividuen Eigenschaften ausbildet, die das Individuum nicht besitzt. Nehmen wir ein Atom, das hat erst einmal keine Farbe, aber wenn sich viele Atome zu Molekülen zusammenschließen und diese Moleküle sich zu einem Ding zusammenschließen, dann kann das Ding eine Farbe haben. Eine emergente Intelligenz kann sich z.B. in einem Schwarm ergeben, z.B. bei Bienen, Ameisen oder, das ist ja Verenas Domäne, bei Robotern.

Nun wurde natürlich im Anschluß gleich diskutiert, ob emergente Intelligenz nicht auch in der digitalen Gesellschaft auftritt, was ja an sich kein ganz dummer Gedanke ist. Aber als dann die Wikipedia als Beispiel herangezogen wurde, fand ich das dann doch irgendwie an der Sache vorbeischwadroniert und ließ meinen Blick derweil über die äußerst interessante Deckeninstallation des blauen Salons gleiten. Dort waren spiegelartige Folien angebracht und das verzerrte Abbild des Publikums, das dort an der Decke klebte, bildete herrliche Muster.


Kalkscheune: Blauen Salon

Tag 03

Tag drei war, wie von mir erwartet, für mich der interessanteste. In Raum 3 gab es durchgehend Beiträge der “Hard Blogging Scientists”. Ohne davon vorher je gehört zu haben, habe ich mich da beim ersten Blick ins Pogramm der Veranstaltung hingezogen gefühlt. Ich selbst blogge öfter, mehr oder weniger wissenschaftlich, über theoretische Aspekte. Da fühlt man sich auf Dauer auch oftmals unsicher und sucht Kontakt zu anderen Menschen, die Ähnliches tun, um sich mit denen auszutauschen. In dieser Hinsicht konnte ich einige interessante Anregungen einsammeln, Adressen, Ansprechpartner, die ich mir demnächst mal genauer anschauen möchte, um zu sehen, ob es nicht Anküpfungspunkte gibt, gemeinsame Interessen, Ideen, etc. Es wurde z.B. über Plagiarismus gesprochen, ein Thema, mit dem ich als Dichter bereits reichlich Erfahrung gesammelt habe, so viel, dass ich mein Ego inzwischen im Zaum halten kann, sobald ich eines Plagiats angesichtig werde.


Hard Blogging Scientists

Für mich hat damit die re:publica gehalten, was ich mir von ihr versprochen habe – Kontakte knüpfen – während sie mir ja anfangs eher vorkam wie: Alle wichtigen Blogger sind da, deshalb bin ich auch da, weil ich sonst nicht wichtig bin. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Veranstaltung mehr Substanz bekommt, dass diesem konstruktiven Zusammenfinden von Interessengemeinschaften mehr Raum gegeben wird. Denn die Macher von Myspace, StudiVZ und Twitter sind bestimmt ganz tolle Hechte, aber die interessieren mich schon online nicht, auf Palaberrunden mit denen, kann ich auch in-the-real-world verzichten.

Einige WP-Hacks

Freitag, 08. Juni 2007

Ich bin kein geübter oder gar geschulter Coder. Aber um mein Blog meinen Wünschen anzupassen fummel ich dann doch ab und zu im Quelltext herum. Um für mich zu dokumentieren, welche Änderungen ich im Code vorgenommen habe, aber auch um anderen WordPress Bloggern, die ähnliche Wünsche haben, ein Beispiel zu geben, möchte ich hier meine “WP-Hacks” aufführen. Mein ist dabei relativ – ich versuche mit anzugeben, wo ich abgeguckt habe. ;)

excerpts + read more

Weil ich doch immer relativ lange Artikel verfasse, dachte ich, dass es der Übersichtlichkeit halber vielleicht sinnvoll ist, auf der front-page nur Textauszüge zu zeigen. Weil ich nicht jedesmal durch Handarbeit das “more-tag” einfügen wollte, habe ich einfach in der index.php meines Themes anstelle der the_content() Funktion die the_excerpt() Funktion aufgerufen.

Nun wurde der “optional excerpt” angezeigt, wo es aber keinen gab, da hörte der Text einfach nach 55 Zeichen mit einem [...] auf. Weil es nicht intuitiv ist, dass man dann auf den Titel klicken muß, um den ganzen Artikel zu lesen, dachte ich mir, dieses [...] müßte irgendwie zu einem “weiterlesen »” Link werden. Also habe ich in der wp-includes/formatting.php die Funktion wp_trim_excerpt gefunden und die Zeile
array_push($words, '[...]');
einfach wie folgt abgeändert:
array_push($words, '<a href="' . apply_filters('the_permalink', get_permalink()) . '" rel="bookmark" title="more-link">weiterlesen &raquo; </a>');

Mein Dank geht an Jowra, moshu und das Team von WordPress.

post meta-data

Da ich die Diskussion auf meiner Seite fördern möchte, dachte ich, am Anfang jedes Posts, den Autor, die Zahl der Kommentare und den Link zur Kommentarfunktion anzugeben. Dazu ergänzte ich in der index.php, der achrive.php und single.php an der gewünschten Stelle (nämlich unter dem post-title) folgenden Code:
<p>von <?php the_author() ?><?php edit_post_link('Edit',' ',''); ?>
<?php if (('open' == $post-> comment_status)) {
// Comments are open ?>
| <a href="<?php the_permalink() ?>#comments"><?php comments_number('0 Kommentare', '1 Kommentar', '% Kommentare'); ?></a> | <a href="<?php the_permalink() ?>#respond">kommentieren</a>
<?php } elseif (!('open' == $post-> comment_status)) {
// Comments are closed ?>
geschlossen
<?php } ?>
</p>

reverse comments

Für mein Gästebuch habe ich einfach eine normale wp-page angelegt. In der functions.php meines Themes habe ich folgenden Code eingefügt, um die jüngsten Kommentare auf dieser Seite nach oben zu holen:
function reverse_comments($comments,$id)
{
if ($id == 54) {
$comments = array_reverse($comments);
}
return $comments;
}
add_filter('comments_array', 'reverse_comments',10,2);

Um auch noch die Nummerierung der Kommentare umzudrehen, so dass der älteste Kommentar tatsächlich 1 und der jüngste eben die Zahl der Kommentare ist, habe ich in der comments.php meines Themes zunächst

<?php if ($id == 54) { $commentcount = count($comments); $direction = -1; }
else { $commentcount=1; $direction=1; } ?>

vor dem Comment-Loop eingefügt. Dann habe ich die Zeile, in der das div mit der commentnumber generiert wird, gegen folgende ausgetauscht:

<div class="commentnumber"><?php echo $commentcount; $commentcount=$commentcount+$direction; ?></div>

Danke an Otto42.

__________
Links:

Neue Internetgesetze ab 2007

Dienstag, 21. November 2006

Ab Januar 2007 sollen in Deutschland das neue “Telemediengesetz” (TMG) und der neue “Staatsvertrag über Rundfunk- und Telemedien” (RStV) in Kraft treten. Die Neuerung betrifft vor allem den Umstand, dass die Gesetze, die für große Online-Medien gelten, nun auch auf Blogs und Podcasts angewandt werden, vor allem wenn diese “journalistisch-redaktionell gestaltet” sind. Was das ungefähr bedeutet, berichtet ein Telepolis-Artikel.

Mir ist allerdings immer noch nicht klar, welche Konsequenzen das nun für mich und mein Blog hat. Impressum? Klar! hab ich schon seit Ewigkeiten drin. Aber wenn meine Freundin mir sagt, dieses neue Gesetz sei nur dazu da, dass der Staat die Kontrolle über das hat, was in der Blogosphäre an Inhalten verbreitet wird, es sei nur eine weitere Schikane der freien Kommunikation im Internet und ich blogge das, bin ich dann gezwungen, den Wahrheitsgehalt und die Herkunft dieser Aussage zu überprüfen? Sicherlich mache ich hier redaktionelle Arbeit, denn ich blogge nicht alles und irgendwas. Aber bin ich auch journalistisch tätig? Muß ich die Werbung, die ich mit meinen Konzerthinweisen mache, jetzt als Werbung kennzeichnen, selbst wenn es Eigenwerbung ist?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung und wüßte auch gar nicht, wie ich bei meinen Inhalten irgendeinen Wahrheitsgehalt sicher stellen könnte. Ist wahr, was ich von einer autoritären Quelle habe? Sind meine subjektiven Erkenntnisse falsch, weil ich keine Autorität bin? Darf ich nicht mehr davon ausgehen, dass meine Leser kritische Leser sind und für sich selbst überprüfen wie wahr oder falsch meine Aussagen sind? Bringt dieses Gesetz andere Vorteile mit sich als jene, dass ich jetzt denen noch einfacher ans Bein pissen kann, die Inhalte bloggen, die mir nicht passen?

Newsfeed? Sowas brauch ich nicht!

Donnerstag, 05. Oktober 2006

Manchmal bin ich doch arg verwundert darüber, wie wenig Aufmerksamkeit einige Online-Autoren den technischen Möglichkeiten des Mediums schenken, in dem sie so großzügig veröffentlichen. Vor ein paar Tagen wies ich einen Kollegen darauf hin, was für eine Odyssee (übetrieben) es doch war, seinen Blog-Feed zu abonnieren. In einem Gästebuch-Eintrag schlug ich ihm vor, einfach irgendwo auf der Seite, möglichst an sichtbarer Stelle die URL des Feeds zu verlinken.

Heute schreibt mich der Kollege via ICQ an, was ich denn mit meinen Gästebucheintrag gemeint hätte und ich erkläre ihm die Problematik. Verständnislosigkeit. Der Firefox zeige doch ein Icon an und außerdem brauche er ja keinen Feed, weil die Leute ja seine Seite besuchen könnten, wenn sie wissen wollen, ob neue Inhalte da sind und überhaupt sei ihm die Seite ja auch nicht so wichtig, dass es sich lohnen würde, da irgendeinen Aufwand zu betreiben. So who cares?

Who cares – na die Leser vielleicht!? Aber die scheinen meinem Kollegen offenbar nicht wichtig genug zu sein, als dass er sich bemühen würde, ihnen den Zugang zu den Inhalten seiner Seite möglichst einfach und bequem zu gestalten.

In meinem Feedreader habe ich ca. 60 Feeds verschiedenster Seiten abonniert, um über deren Inhalte und Veränderungen informiert zu sein. Mein Morgen beginnt dann mit einer Tasse Kaffee und dem Blick in den Feedreader. Das ist, wie Mails-Checken, nur liefert mir der Feedreader täglich ca. 300 neue, ungelesene Nachrichten, die nicht etwa speziell an mich adressiert sind, sondern für jedermann sichtbar im Netz veröffentlicht wurden. Die kann ich natürlich unmöglich alle an einem Morgen lesen, also überfliege ich die Headlines des Tages und suche mir das Spannende heraus. Das sind die brandheißen Nachrichten der Online-Zeitungen, die Photos der 10. Reiseetappe meiner besten Freundin oder der letzte Podcast meines Vereins. Wenn neue Inhalte da sind, dann bekomme ich das mit, und zwar ohne morgens mit dem Browser extra 60 verschiedene Seiten besuchen zu müssen. Falls mich doch mal etwas näher interessiert, kann ich immernoch auf den entsprechenden Link klicken, um direkt zur Seite zu gelangen. Auch werden alle abgerufenen Nachrichten gespeichert, so dass ich später wieder darauf zugreifen oder die Inhalte auf bestimmte Stichworte durchsuchen kann.

In meinen Augen ist das eine prima Sache, ein Vorteil des Informationszeitalters. Die Zeit, die ich dadurch spare, dass ich nicht erst jede einzelne Seite per Hand auf neue Inhalte durchsuchen muß, verbringe ich so mit dem Lesen der Beiträge selbst. Dass mein Kollege also meint, er brauche den Feed, den seine Seite automatisch generiert, nicht leserfreundlich anbringen – hängt es vielleicht damit zusammen, dass er gar nicht gelesen werden will?