5 Regeln und 1 Flowchart

Sonntag, 02. September 2012

Vor drei Jahren habe ich aus der Not heraus begonnen, mich mit dem Problem der Eifersucht in offenen Beziehungen zu beschäftigen: Was ist Eifersucht, wo kommt sie her, was will sie von mir und wie gehe ich mit ihr um, ohne mich komplett zum Obst zu machen? Dass es universelle Antworten auf diese Fragen gibt, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich. Mir selbst hilft aber die Reflexion fremder Lösungen bei der eigenen Orientierung. Deshalb möchte ich heute präsentieren, worauf mein Partner und ich uns bis auf Weiteres geeinigt haben. Vielleicht findet ja die Eine oder der Andere darin Antworten auf seine eigenen Fragen. (weiterlesen …)

Polyamorie ist bescheuert!

Sonntag, 27. März 2011

Ich bin nicht polyamor – Polyamorie ist bescheuert!

Ich sage das, obwohl ich in meinem ganzen Leben noch nie in einer monogamen Beziehung gelebt habe. Ich war lange Single, weil ich überzeugt davon war (und bin), dass es moralisch falsch ist, einem geliebten Menschen vorzugeben, mit wem er welche Art von Beziehung aufbauen oder pflegen darf, mit wem er glücklich sein, an wen er denken, mit wem er schlafen oder wen er lieben darf. Ich habe nicht das Recht, dahingehend Zwang auf einen anderen Menschen auszuüben und seine Freiheit diesbezüglich einzuschränken – egal in welcher Beziehung ich selbst zu ihm stehe. Ich räume dieses Recht auch niemandem ein. (weiterlesen …)

Buchtipp: Lob der offenen Beziehung

Montag, 23. August 2010

Mein Freund Oliver Schott hat ein Buch geschrieben, “Lob der offenen Beziehung“. Er ist Philosoph und geht das Thema ganz philosophisch von der Vernunftebene an. Das Büchlein ist keine praktische Anleitung, wie man am besten eine offene Beziehung führt, sondern eine Erörterung der Vorteile, die die offene Beziehung als echte Alternative zur Monogamie bieten kann. (weiterlesen …)

Polygamie? Also das geht nun wirklich zu weit!!1!

Donnerstag, 07. Dezember 2006

Queer.de verleiht Julia Seeliger, die am vergangenen Wochenende überraschend in den Grünen-Parteirat gewählt wurde, den Homo-Orden. Ein Artikel berichtet freudig darüber. Seelig wolle die Ehe abschaffen oder vielmehr wolle sie eine Gleichberechtigung aller Lebensweisen, auch unkonventioneller wie homosexueller oder polygamer Partnerschaft, die man durch eine Abschaffung der Ehe ebenso effizient erreichen würde. Für mich, die ich seit Jahren für sexuelle und geistige Befreiung und Gleichberechtigung kämpfe, eigentlich eine prima Idee.

In den Kommentaren zum Artikel präsentiert sich die Queer-Community jedoch höchst konservativ und polyphob. “Gegen monogame Beziehungen zeitlich hintereinander im Leben ist nichts einzuwenden“, meint Gerd, aber sich gleich für polygame Beziehungen auszusprechen, das sei falsch. “Wir sind nicht im Islam, liebe Queer“, heißt es weiter und überhaupt: “Was haben die Inhalte von Frau Seeliger noch mit den Forderungen von homosexuellen Paaren zu schaffen?

Nicht nur, dass hieraus eine deutliche Unkenntnis der Lebensweisen muslimischer Gläubiger spricht, nein, auch Unlogik, Egoismus, Intoleranz und Borniertheit, sind Begriffe, die mir sofort in den Sinn kommen. Es ist geradezu erschreckend, welch kleinkariertes Denken diese Argumentation offenbart.

Vor gar nicht allzu langer Zeit war es gesetzlich Verboten, dass sich der Mann zum Manne gesellt. Sexuelle Beziehungen unter Frauen waren in der Tat so tabu, dass sie nicht einmal thematisiert wurden. Es war und ist noch immer ein Kampf, für die Freiheit solch unkonventioneller Ideen von Partnerschaft einzutreten. Wie oft erfahren Homosexuelle noch die Gewalt und Aggression jener, die sie für abnormal, widernatürlich, ekelhaft halten, die andere Lebensweisen schlicht nicht akzeptieren können, weil sie anders sind?

Und nun kommen diejenigen, die so lange wegen ihres “Andersseins” unterdrückt wurden und werden selbst zu Unterdrückern “Andersseiender”? Polygame Beziehungen – undenkbar? Die Ehe abschaffen – undenkbar?

Da die Natur uns Menschen nun einmal mit nur zwei verschiedenen Geschlechtern geschaffen hat, ist eine reine Heterosexualität in einer polygamen Beziehung schon von der Logik her ausgeschlossen. Wer also behauptet, die Polygamie-Frage beträfte die Queer-Community nicht, hat schlichtweg nicht nachgedacht. Und da die Ehe nur ein signiertes Papier ist, das Menschen, die freiwillig einen Lebensvertrag eingehen, mit mehr Rechten ausstattet, wüßte ich nicht weshalb sie nicht entweder allen gleichermaßen gewährt oder eben als staatlich subventionierte Institution abgeschafft werden sollte. Das ist eine Frage der Gleichberechtigung und die sollte die Queer-Community nicht betreffen?

Ich bin enttäuscht und freue mich daher umso mehr darüber, dass queer.de den Orden für Frau Seeliger bereit gehalten hat und nicht für irgendeinen intoleranten Homo-Patrioten, der nicht einmal über den eigenen Tellerrand gucken kann.