28 Mar
Dass Gedichte, in denen sich der Autor autobiographisch selbst in Szene setzt, im Internet populär sind, war mir schon immer bewußt. Suizid, selbstverletzendes Verhalten (SVV) oder Mißerfolge in der Beziehung - persönliche, aber deswegen trotzdem nicht unbedingt individuelle Schicksale werden in epischem Detail geschildert. Im Bemühen um Authentizität appelieren die Texte an das Mitleidpotential ihrer weiterlesen »
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22 Mar
Wenn Quellen via Internet für jedermann von überall her frei zugänglich sind, find ich das klasse. Da kann ich Su-Shee in ihrem Open-Access Gedanken nur unterstützen. Als Geisteswissenschaftler werde ich immer ganz neidisch, wenn meine Biotechniker-Freundin mal auf ihre elektronische Datenbank zugreift und ihre Papers online liest. Ich bin hingegen schon froh, wenn ich online weiterlesen »
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19 Mar
In vielen Literaturen kann man über das Sonett lesen, es bestünde aus vier Strophen, von denen die ersten beiden Quartette und die letzten beiden Terzette wären (Varianten inbegriffen). Andererseits taucht das Sonett als Besonderheit unter den sogenannten Strophenformen auf, woraus man schließen könnte, es bestünde lediglich aus einer einzigen Strophe, die verschiedenartig untergliedert ist oder weiterlesen »
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14 Mar
Sprache ist mir ein faszinierendes Ding, dessen Betrachtung mich seit jeher erstaunt. Als ich das erste Mal von einem Sprachkunstwerk so begeistert war, dass ich glaubte, über seiner Komplexität verrückt werden zu müssen, nahm ich mir vor, die tiefsten Gründe der Sprache zu ertauchen und ihren Gebrauch als Dichter subtil zu kultivieren.
Inzwischen bin ich aus weiterlesen »
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12 Mar
Seit ich angefangen habe, mich in Zusammenhang mit meinem kommenden Buch ernsthaft mit dem Layout von Gedichten zu befassen, geht mir ein Zitat Wolfgang Kaysers nicht mehr aus dem Kopf. “Unser Auge sagt uns schnell, was Verse sind”, heißt es da. “Wenn auf einer Seite um das Geschriebene herum viel weißer Raum ist, dann haben weiterlesen »
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10 Mar
Wenn ich an Gedichten von Hobbyautoren die mangelnde Form kritisierte, hielten diese oft entgegen, Gedichte müßten nicht immer reimen. Das ist korrekt, doch wie sollte ich klarmachen, dass es meine Kritik trotzdem nicht entkräftete? Was ist eigentlich poetische Form, wodurch und wie ergibt sie sich in einem Gedicht? Der Antwort auf diese Fragen rückte ich näher, als ich mich mit dem Werk des Komponisten Claude Debussy befaßte, dem man seinerzeit ebenfalls vorwarf, seine Stücke seien formlos. Ausgehend von einem Zitat Adornos schreibe ich in diesem Essay über die Formbarkeit poetischer Sprache. Essay lesen »
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10 Mar
Der Begriff Prosa wird heutzutage sehr schwammig gebraucht, weil er, der eigentlich die Form einer literarischen Sprache beschreibt, als Sammelbegriff für eine bestimmte Textgattung gebraucht wird, nämlich die epische, die heute allen voran durch den Roman vertreten ist. Romane sind heutzutage vorrangig in Prosaform abgefaßt, weshalb diese begriffliche Umdeutung nicht jedem so sehr aufstößt, wie mir. Ich spreche mich in diesem Essay gegen den schwammigen Gebrauch dieses Begriffs aus, weil er die Kreativität des Literaten schon im Kopf beschränkt und ihn glauben macht, ein Roman dürfe nicht auch in reimenden Versen abgefaßt sein, was in früheren Zeiten aber durchaus üblich war. Essay lesen »
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